Klima & Boden

Klima der Gegensätze

Cool climate mit viel Abwechslung – so könnte man die klimatischen Bedingungen im Kremstal zusammenfassen. Geprägt vom lebhaften Wechselspiel warmer, pannonischer Einflüsse aus dem Osten und kühlerer Strömungen aus dem Norden. Tagsüber erwärmt sich das Gebiet oft rasch, doch kühlende, vom höhergelegenen Waldviertel kommende Luftmassen sorgen für ausgeprägte Unterschiede zwischen Tag- und Nacht-Temperaturen, was bei der Traubenreife positiv auf die Aromabildung wirkt und eine erfrischende Säure erhält. Eine wichtige Rolle spielt die Donau, die das Gebiet zweiteilt und dabei ihren temperaturausgleichenden Einfluss geltend macht. Die Wassermassen des Flusses wirken im Sommer kühlend, können bei einsetzender Kälte aber auch Wärme abgeben. Mit der Strömung der Donau entsteht eine ständige Luftzirkulation, welche die Spätfrostgefahr verringert. 

Die Böden: Hart im Nordwesten,…

In den beiden geologischen Landmarken, die das Kremstal dominieren, ist das Urgestein vor allem im Westen der Region anzutreffen, der noch ganz am Rand der Böhmischen Masse liegt. Urgesteinsböden (genauer: Urgesteinsverwitterungsböden) finden sich in den Lagen an der Grenze zur Wachau und ziehen sich dann das eigentliche Kremstal bis nach Senftenberg hinauf. Typisch für diese Böden sind die mit Steinmauern begrenzten, steilen Terrassenlagen. Die recht kargen Wachstumsbedingungen eignen sich vor allem für Riesling, der hier lang ausreifen darf und Eleganz und markante Mineralität erlangt.

 

… weich im Nordosten,

Die zweite bedeutende Formation des Kremstals ist der Löss. Ein kurioses Gestein: Einerseits so weich, dass man Brocken mit der bloßen Hand zu Staub zermahlen kann. Andererseits so stabil, dass man nicht nur tiefe Keller in ihn hineingraben, sondern auch viele Meter hohe Steilwände und Terrassen anlegen kann. Die Reben profitieren von seiner Wärme- und Wasserspeicherfähigkeit  sowie seinem Mineralreichtum. Hergeweht wurde der Löss gegen Ende der Eiszeiten vom Wind, der den Staub aus rasch aufgetrockneten Schlammgebieten ins Kremstal verfrachtet und hier zu bis zu 25 m hohe Schichten aufgetürmt hat. Die reinsten Lössböden finden sich im Osten von Krems, von der am Kreuzberg gelegenen Ried Wachtberg über die Sandgrube bis zum Rohrendorfer Gebling und darüber hinaus. 

… und die Vielfalt im Süden

Am Fuße von Stift Göttweig schmiegen sich in sanfter Neigung die Weingärten von Furth und Palt Richtung Donau. Hier ist eine große Vielfalt an Gesteinen und Böden zu finden. Nahe der Donau sind die Untergründe häufig aus quarzreichen und kalkführenden Donauschottern gebildet, überlagert von eiszeitlich angewehtem, fruchtbarem Löss oder Schwarzerde aus feinem Schwemmmaterial. Richtung Süden dominiert kalkreicher Löss, dessen hie und da aufragende Wände in malerischen Hohlwegen von Bienenfressern zum Brüten genutzt werden.

Im südöstlichen Viertel des Kremstals – von Hollenburg über Krustetten bis nach Höbenbach – wird der Untergrund aus  der sogenannten Hollenburg-Karlstetten-Formation mit Schottern und einzelnen Mergellagen gebildet. Die aus den südlich gelegenen Kalkalpen heranströmende Ur-Traisen transportierte auf ihrem Weg in das heute längst verschwundene Meer der Paratethys Gesteinsmaterial heran, welches sich während 15 Millionen Jahren zu einem kalkig verkitteten Konglomerat verfestigte.