Wo der Wein wächst: Die bekanntesten Orte, Lagen und Fluren des Kremstals

Die Weingärten des Weinbaugebietes Kremstal verteilen sich beiderseits der Donau, ziehen sich in das eigentliche Kremstal bis nach Senftenberg hinein und dehnen sich auf die Bergrücken und Plateaus aus. Das historische Zentrum des Weinbaugebietes ist die Stadt Krems, die ganz im Westen des Kremstals liegt. Von hier aus organisieren wir unseren Ausflug zu den bekanntesten Weinbauorten und Lagen der Region.

 

Westlich von Krems

Im Westen der Stadt Krems (genauer: in Krems-Stein) liegt der Pfaffenberg. Dieser grenzt an die Wachau, zieht sich dann von Stein nach Krems und umfasst eine Reihe der bekanntesten Rieden der alten Weinstadt wie Goldberg, Danzern, Grillenparz, Schreck und Hund. Die Rieden sind größtenteils auf Urgestein, stellenweise mit Lössauflage, in steilen Terrassenbau angelegt und zur Donau hin ausgerichtet. Auf den mineralischen Spitzenlagen wächst der Riesling, der überwiegende Teil ist jedoch mit Grünen Veltliner besetzt.

Der zweite Kremser Hausberg, der Kreuzberg, vollzieht sozusagen jenen Übergang, der das Gebiet östlich von Krems bis in den Wagram hinein dominiert: den Wechsel vom Urgesteinsverwitterungsboden zum Löss. Der im Westen gelegene Kögl etwa mit seinem stark verwitterten Schiefer ist prädestiniert für feingliedrige Rieslinge, der nur wenige Meter entfernte Wachtberg mit seinen Lössböden hat sich wiederum zur Quelle würziger, ausdrucksstarker Veltliner entwickelt.

 

Nördlich von Krems

Hinter dem Paffenberg liegt, dem Waldviertel zugewandt, die Sommerleithen, deren Weingärten sich gegen Süden neigen. Sie umfasst den Großteil der Weingärten von Egelsee und reicht bis nach Rehberg. Weiter westlich treffen wir zunächst auf die Ried Kremsleiten, deren imposante Terrassen aus Urgestein und sandigeren Oberböden nach Süden und Südwesten blicken. Keine Frage, dass hier König Riesling die Nummer eins ist. Von dort geht es Richtung nördliches Hochplateau und somit zu den bekannten Tonlagen zwischen Imbach und Senftenberg: Pfenningberg, Pellinger, Hochäcker, Rammeln und der pittoreske Ehrenfels direkt unter der Ruine Senftenberg. Allen gemein ist der kristalline Untergrund und dank der besonders hohen Differenzen zwischen Tag- und Nachttemperaturen ein besonders zartgliedriges und kühl-rassiges Geschmacksbild. Ein Umstand, von dem Veltliner und Riesling gleichermaßen profitieren.

Schon am Plateau Richtung Osten liegen die Rieden Kiesling und Gärtling, auf halben Weg zwischen Imbach und Stratzing, einem Weinbauort nordöstlich von Krems. Etwas weiter nordwestlich liegen oberhalb von Senftenberg das Hauerörtchen Priel und am Fuße des Gföhlerwaldes Dross, das das Weinbaugebiet Richtung Waldviertel und Kamptal beschließt.

 

Östlich vom Krems

Der Osten des Kremstales ist von den Lössböden geprägt, deren Klippen speziell in den Gemeinden Rohrendorf und Gedersdorf eine einzigartige Mächtigkeit erreichen. Vorher gilt es in den Ausläufern des Kremser Stadtgebiets die teils schottrig, teils lehmig geprägten Böden der Rieden Sandgrube, Frechau, Marthal und Kremser Gebling zu erkunden. Wobei bei der wohlbekannten Sandgrube zwischen der historischen, lediglich 25 ha umfassenden Lage und der 350 ha umfassenden Großlage unterschieden werden muss.

Im Osten der Stadt Krems grenzt Rohrendorf an die Kremser Rieden an. Die Böden der Rohrendorfer Lagen sind meist Konglomerate mit unterschiedlich starken Lössauflagen bis hin zu reinen Lössanwehungsböden. Die besten Lagen heißen Rohrendorfer Gebling, Breiter Rain, Steinwandl, Paschingerin, Wolfsgraben und Schnabel.
An Rohrendorf grenzen im Osten die Weingärten von Gedersdorf und Brunn im Felde mit ihren mächtigen Lössterrassen. Die große Spezialität von Gedersdorf ist der Grüne Veltliner, der hier besonders gepflegt wird. Bekannte Rieden: Geppling, Tiefenthal, Weitgasse, Moosburgerin, Zehetnerin, Wieland, Steindl, Spiegel und Reisenthal.

 

Südlich von Krems

Um zu den Weinbauorten und Lagen südlich von Krems zu gelangen, müssen wir über die Donau aufs rechte Ufer setzen. Der Herrentrost (46 ha) in Thallern und Brunnkirchen umfasst die Rieden Steinhagen, Brunnfeld, Herrentrost und Satzen. Auf den Schotter- und Lössböden wachsen Weißburgunder und Grüner Veltliner. Weiter westlich liegt die Flur Frauengrund (68 ha) in Angern und Thallern auf reinen Lössgründen und trägt vorwiegend vollmundige Grüne Veltliner. Die Rieden heißen Maring, Schwerer Zapfen und Frauengrund. Der Kremser Kogl (117 ha) rund um Hollenburg besteht aus Konglomeratboden mit unterschiedlich starken Lössauflagen, wo ausdrucksvolle Grüne Veltliner mit gutem Reifepotential entstehen. Bedeutende Rieden: In Schrötten, Point, Hahn, Hollenburgern, In Schiefern, Neubergern, Langen-Hadinger, Kleedorf, Kogl, Lusthausberg, Wolfsberg, Holzäcker und Brunngraben.
Rund um das prächtige barocke Benediktinerkloster Göttweig liegen zahlreiche Weinorte  wie Furth, Palt und die etwas versteckter liegenden Weinbauorte Steinaweg, Paudorf, Meidling, Eggendorf, Höbenbach, Krustetten, Oberfucha und Tiefenfucha. Die bekanntesten Lagen heißen Gottschelle und Oberfeld, weitere gute Rieden sind Obere und Untere Zistel, Höhlgraben und Steinbühel.

 

Im Kremstal dominieren die Weißweinsorten, und hier vor allem der Grüne Veltliner und der Riesling. Stärkste Rotweinsorte ist der Zweigelt.

Obwohl das Kremstal die Heimat vieler ausgezeichneter Weine aus diversen Qualitätssorten ist, stellen Grüner Veltliner und Riesling unbestreitbar die wichtigsten Sorten dar. Sie bilden das Rückgrat im Weinsortiment jedes erfolgreichen Weinbaubetriebs im Gebiet und begründen den ausgezeichneten Ruf des Kremstals, weshalb sich auch die kontrollierte Herkunftsbezeichnung Kremstal DAC auf diese beiden Leitsorten beschränkt. Eine Abkehr von der Vielfalt ist das aber keineswegs, so gedeihen die Burgundersorten Weißburgunder und Chardonnay besonders auf den kalkhaltigen Böden im Kremstal gut, bekommt der Sauvignon Blanc immer mehr Rebfläche und finden sich vor allem ganz im Osten des Weinbaugebietes auch ideale Terroirs für Raritäten wie Traminer und Roter Veltliner.

Primus bei den Rotweinen ist eindeutig der Zweigelt. Cabernet Sauvignon und Merlot haben in den letzten Jahren aber sehr aufgeholt und mit Pinot Noir und Sankt Laurent sind auch die roten Burgundersorten im Kremstal vertreten.

Sorten in Zahlen

Das Weinbaugebiet Kremstal verfügt heute über eine bepflanzte Anbaufläche von 2.368 ha, das sind rund 5,2% der österreichischen Weinlandschaft. 82% davon sind mit Weißweinsorten, 18% mit roten Trauben bestockt. Ein Blick auf die Sorten im Detail zeigt einen flächenmäßigen Anteil von 55% für den Grünen Veltliner (1303 ha), gefolgt vom Zweigelt mit 13% (304 ha) und an dritter Stelle der Riesling mit 10,5% (249 ha).

Quelle: Weingartengrunderhebung 2015 (Stand September 2016), Österreich Wein Marketing GmbH.

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