Kremstal DAC

Kremstaler Weine mit Herkunfts-Charakter

Als das Kremstal 2008 ein Districtus Austriae Controllatus wurde, also ein geschütztes österreichisches Herkunftsgebiet, war es eindeutig, für welche Fokusrebsorten das Gebiet steht: Grüner Veltliner und Riesling sprechen die Sprache von Klima und Boden des Gebiets. Akzente setzen die Winzer mit ihrer individuellen Handschrift.

Spitzenreiter ist der autochthone Grüne Veltliner, der auf etwa zwei Dritteln der gesamten Rebfläche von rund 2250 Hektar gedeiht, gefolgt vom Weltenbürger Riesling, dessen Flächenanteil etwa 13 % davon ausmacht.

Herkunft zählt mehr

Gebietscharakteristik vor Ausbau – um dieser Priorität gerecht zu werden, sind die typischen Kremstal DAC Weine je nach Herkunft der Trauben innerhalb des Gebiets seit 2016 einem dreistufigen Pyramidensystem zugeordnet. Duftige, zugängliche Gebietsweine, die bereits jugendlich fruchtiges Trinkvergnügen bereiten, bilden das Fundament. Teil davon sind auch die Weine aus den fünf Großlagen des Gebiets. Die Ebene darüber stellen die Weine aus einer der neun definierten OrtsweinAppellationen dar. Sie repräsentieren das Mesoklima und die Böden, bereiten schon jung Gaumenfreude, gewinnen aber durch ein paar Jahre Flaschenreife an Ausdruckskraft und sind perfekte Speisenbegleiter. An der Spitze der Pyramide platzieren sich rare Riedenweine, die meist länger im Keller reifen, bevor sie in den Verkauf kommen. Sie spiegeln vielschichtig die spezifischen Mikroklimata und Bodenzusammensetzungen von Einzellagen wider, mit zunehmender Reife in der Flasche nimmt ihre Komplexität zu.

Die Pyramide

Die gemeinsamen Merkmale der Weine auf allen Stufen der Pyramide sind Reinsortigkeit, Frische, trockener Ausbau und geradlinige Präzision. Für dichte, kraftvolle Weine mit zumindest 13 % vol. Alkohol ist der Zusatz „Reserve“ möglich, der zarte Botrytis- und Holznoten erlaubt und weitere Geschmacksdimensionen eröffnet. Diese Kategorie überzeugt neben der Gebietscharakteristik durch komplexe Fülle, Reifepotenzial und finessenreichen, langen Abgang. Reserveweine dürfen ab 1. Juli auf den Markt kommen.

Mit der Dreistufigkeit Gebiet – Ort – Riede (oder Lage) im Appellationssystem werden nun Erklärungen viel leichter, vor allem im internationalen Bereich, wo das System bereits gelernt ist.