Von den insgesamt 58 eingereichten Grünen Veltlinern erreichten gleich zehn großartige Weine mit 94 Punkten das Sorten-Finale, in dem dann in Blindverkostung mittels Rangziffermethode die Sieger ermittelt wurden. Das war ein schwieriges Unterfangen, da die Weine von durchaus recht unterschiedlichen Terroirs stammten und zudem natürlich auch von der Handschrift des jeweiligen Produzenten mitgeprägt sind. Andererseits war es auch faszinierend zu sehen, wie auf relativ kleinem geografischen Raum eine derartige Vielfalt von Grünen Veltlinern – und Rieslingen nicht minder – die speziellen Gaben ihrer Rieden zum Ausdruck bringen kann. Als Spitze der sich immer mehr durchsetzenden Gliederung in Gebiets-, Orts- und Riedenweine im Herkunftssystem ist es auch wichtig dass sich die Produkte aus den verschiedenen Lagen tatsächlich differenzieren lassen. Beim Kremstal DAC, wo in Zukunft auch der Reservebegriff zugunsten der Riedbezeichnung weiter in den Hintergrund treten wird, ist man in der Umsetzung dieser Idee jedenfalls schon weit fortgeschritten. Die vorhandene Trilogie der Böden, gebildet aus Löss, Urgestein und Konglomerat, unterstützt die klare Zuordnung der einzelnen Weine.

Dr Bert Salomon Bert Junior c Florence StoiberDer Kremstal DAC-Cupsieger in der Grünen Veltliner-Gruppe geht an Dr. Bert Salomon vom Weingut Salomon Undhof in Krems-Stein, und zwar mit dem Grünen Veltliner Kremstal DAC Reserve Ried Lindberg 1 ÖTW. Die von den Österreichischen Traditionsweingütern als Erste Lage klassifizierte Ried Lindberg liegt zwischen dem Kögl und dem Wachtberg über der Altstadt von Krems/Donau. Der Boden besteht aus einer Lössauflage über Schiefer, eine Kombination, die diesem kraftvollen Grünen Veltliner eine große aromatische Tiefe verleiht. Punktegleich mit 94 Punkten holte sich Meinhard Forstreiter aus Hollenburg mit dem Grünen Veltliner Kremstal DAC Reserve Tabor den zweiten Rang. Dieser facettenreiche Grüne Veltliner kommt aus der Riede Tabor, die Reben sind etwa 150 Jahre alt und die einzigen Grüner-Veltliner-Stöcke Österreichs auf eigenen Wurzeln, die die Reblaus überlebt haben. Rang drei in der Veltliner-Gruppe belegt Franz Türk aus Stratzing mit dem Grünen Veltliner Kremstal DAC Reserve Ried Kremser Frechau 1 ÖTW.

Franz Proidl Patrick Poidl kDer Cup-Sieg in der Sortenkategorie Riesling aus dem Jahrgang 2017 mit 96 Punkten geht an Franz Proidl aus Senftenberg mit dem Riesling Kremstal DAC Reserve Ried Ehrenfels 1 ÖTW. Die Ried Ehrenfels ist die trockenste und heißeste Riede Senftenbergs, sie wird 1437 erstmals urkundlich erwähnt. Die Familie Proidl hat die Terrassenanlagen rekultiviert und erzeugt heute auf den Urgesteinsverwitterungslagen herausragende Weine.

Fritz Miesbauer vom Weingut der Stadt Krems konnte sich im Stechen um den zweiten Rang mit 95 Punkten mit dem Riesling Kremstal DAC Reserve Ried Grillenparz 1 ÖTW gegen harte Konkurrenz behaupten. Die Ried Grillenparz Südlich ist eine exponierte Terrassenlage hinter der Altstadt von Stein. Die Riesling-Bronzemedaille holte Martin Nigl aus Senftenberg mit dem Riesling Kremstal DAC Reserve Ried Rehberger Goldberg, einer noch relativ neuen Lage in seinem Sortiment, die aber das Zeug zu ganz großen Weinen hat. Insgesamt wurden aktuell 96 Weine bewertet.

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Foto Undhof Salomon: Florence Stoiber
Foto Weingut Proidl: Edwin Dullinger
Text: Falstaff / Peter Moser

 

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